
ALLES UN ORDNUNG – Asemische Schrift ist eine Kunstform, die sich als Schreiben zeigt – und sich zugleich dem Lesen entzieht. Sie wirkt wie Text: als Zeile, Absatz, Verdichtung, als hastige Notiz oder feierliche Kalligrafie. Doch die Zeichen gehören zu keiner Sprache. Sie lassen sich nicht entschlüsseln, sie sagen nichts im üblichen Sinn. Und gerade dadurch öffnen sie etwas: einen Raum, in dem Schrift nicht Information ist, sondern Bewegung, Spur, Klang.
Wer vor asemischer Schrift steht, erlebt oft einen vertrauten Reflex: den Wunsch zu lesen, Sinn zu finden, Wörter zu formen. Dann, sobald klar wird, dass es keinen Schlüssel gibt, verschiebt sich das Sehen. Plötzlich treten Dinge in den Vordergrund, die beim Lesen sonst verschwinden: der Druck der Hand, das Tempo, die Unterbrechung, der Atem zwischen den Zeichen. Tinte wird zu Gewicht, Linie zu Stimme. Die Seite wird Bühne: für Rhythmus und Stille, für Überlagerung, Wiederholung, Zögern und Entschlossenheit.
Asemische Schrift steht an der Grenze zwischen Literatur und Bildkunst. Sie erinnert an Tagebücher, Briefe, Manuskripte – und zugleich an abstrakte Zeichnung, an Partituren, an Karten unbekannter Orte. Sie spielt mit der Autorität des Geschriebenen und verwandelt sie in etwas Offenes. Wo sonst Bedeutung fixiert wird, bleibt hier Bedeutung in Bewegung: als Einladung zur eigenen Vorstellung. Jede Betrachtung ist ein Versuch, nicht zu übersetzen, sondern mitzuschwingen.
Künstler*innen nutzen diese Form, um Sprache von ihren Festlegungen zu lösen und dennoch die Magie des Schreibens zu bewahren. Denn Schrift kann mehr sein als Mitteilung: Sie kann Gestik sein, Erinnerung, Ornament, Widerstand gegen Eindeutigkeit. Asemische Schrift feiert die Liebe zur Handschrift – zu ihrer Zerbrechlichkeit und Kraft – und zeigt, dass Kommunikation auch dort beginnt, wo Worte enden: im Blick, im Gefühl, im Rhythmus der Zeichen.


169 Blätter dieser Serie bilden hier kein bloßes Konvolut, sondern ein außergewöhnlich dichtes Reservoir an Zeit, Konzentration und gestischer Energie. Aus der konsequenten Wiederholung des Schreibakts entsteht eine Sammlung, die weniger auf Aussage zielt als auf Präsenz: Jede Seite hält einen Moment körperlicher Setzung fest – als Spur von Rhythmus, Druck, Tempo und Atem.
Die schier unerschöpfliche Fülle dieser Arbeit zeigt sich besonders in der Vielzahl grafischer Texturen und visueller Muster, die aus dem wiederkehrenden Prinzip hervorgehen. Innerhalb der zeilenbasierten Setzung entstehen immer neue Oberflächen: kompakte, nahezu gewebte Felder stehen neben porösen, atmenden Strukturen; feine, nervöse Linienbündel wechseln mit breiteren, druckvollen Verdichtungen; regelmäßige, ruhige Läufe kippen in pulsierende Cluster, Unterbrechungen, Verschiebungen. Die Schrift wird dabei zur Textur, der Strich zum Muster, das Blatt zur Bühne wechselnder Dichten und Bewegungen.
Gerade die bewusste Entkopplung von Lesbarkeit öffnet den Blick für diese materiale und visuelle Vielfalt. Die Zeichen operieren als Formereignisse: Sie bilden Rasterungen, Schleifen, Verdichtungszonen, Streuungen und rhythmische Wiederholungen – ohne jemals in ein einziges, dominantes Erscheinungsbild zu erstarren. So entsteht über 169 Varianten ein breites Register von „Oberflächenzuständen“, das sich nicht semantisch, sondern als visuelle Intensität und Affektivität erschließt.
Als Gesamtheit vermittelt die Serie damit vor allem eine Erfahrung von Konsequenz und generativer Produktivität: 169-mal wird der Akt des Schreibens erneuert, 169-mal wird aus Wiederholung Variation. Das Ergebnis ist ein grafischer Schatz, der die Möglichkeiten der Linie in einem ungewöhnlich weiten Spektrum auffächert – von meditativer Ruhe bis zu eruptiver Verdichtung – und eine Vielzahl eigenständiger Bildfelder hervorbringt, deren Musterreichtum bei jeder erneuten Betrachtung weitere Strukturen, Rhythmen und Texturen freilegt.
NEWS ⋆⋆⋆⋆⋆

FLASH ⋆⋆⋆⋆⋆

STILLS ⋆⋆⋆⋆⋆
SILENCE
Marc Clausen / current work / 2025
TOBI TOBSEN – Just
50/50
Marc Clausen / past work / 2025
MARCNESIUM – Crazy World
AUGENHÖHE
Marc Clausen / past work / 2024
MARCNESIUM – Come On With Me
LONGTIME
Marc Clausen / past work / 2008
MARCNESIUM – Absolutly Crazy
TV FACES
Marc Clausen / past work / 2005
MARCNESIUM – Too Frightened To Loose
PACKSHOTS
Marc Clausen / artwork / 1995 - 2025
MARCNESIUM – Doublebitch
LOGOS
Marc Clausen / design / 1995 - 2025
MARCNESIUM – Beautiful Hair
ARTWORK
Marc Clausen / layouts / 1995 - 2025
APOLLO LOVEMACHINE – Astroclause
WUNDERBAR
Marc Clausen / impressions / 1970 - 2025
MARCNESIUM – Strange Businessman
W-FILM
Marc Clausen / artwork - postproduction / 2020 - 2025
DJ KOZE - Mariannegraben
BACKSTAGE
Marc Clausen / illustrated book / 2021
MARCNESIUM – All The Girls
HANSAPLATZ
Marc Clausen / street / 2003
MARCNESIUM – Elfmeter
OLDSCHOOL
Marc Clausen / exercise book / 1987 - 1989
MARCNESIUM – Audio Full Impact
PLACES
Marc Clausen / travel photography / 1984 - 2025
TOBI TOBSEN – Style
SHIRTS
Marc Clausen / merch / 2025
MALAKOFF KOWALSKI – Closing Chamber
OFF SHORE
Marc Clausen / at sea / 1996
MARCNESIUM – In The Ghetto
TEST
Marc Clausen / past work / 2008
DJ KOZE – Mangata
FUNDBÜRO
Marc Clausen / exhibition documentation / 1995
TOBI TOBSEN – The Toni Diller Files
FSD
Marc Clausen / member / 1997 - 2014
TRAILER ⋆⋆⋆⋆⋆
MANCHE MÖGEN'S FALSCH
Trailer / 2025 / 00.02.17
Regie Stanislaw Mucha
UNGEDULD DES HERZENS
Trailer / 2025 / 00.01.46
Regie Lauro Cress
WETTERMACHER
Trailer / 2021 / 00.02.18
Regie Stanislaw Mucha
WINDSTILL
Trailer / 2020 / 00.02.25
Regie Nancy Camaldo
HELEN BRITTON
Hunter From Elsewhere / Trailer / 2003 / 00.02.03
Regie Elena Alvarez Lutz
CLAUDIA ANDUJAR
Die Vision der Claudia Andujar / Trailer / 2024 / 00.01.57
Regie Heidi Specogna
MOVIES ⋆⋆⋆⋆⋆
NNEKA
Heartbeat / 2008 / 00.03.27
/w Nneka
MOONBOOTICA
Jump Around / 2008 / 00.03.46
NOBELPENNER
Making of 'Hölle' / 2008 / 00.08.06
NOBELPENNER
Hölle / 2008 / 00.04.29
/w Nobelpenner
JCA
I Begin To Wonder / 2003 / 00.03.5
/w Jan Christoph Schultchen
DAS BO
Seid ihr bereit für Das Bo? / 2003 / 00.03.48
/w Bo - 24U
BAT
Dunhill Teamtraining / 2007 / 00.05.32
/w Tina Obladen
DIE VÖGEL
Petardo / unreleased / 2009 / 00.04.19
KATZENJAMMER
Tea With Cinnamon / unreleased / 2008 / 00.03.44
TURBOSTAAT
Pennen bei Glufke / unreleased / 2010 / 00.03.39
NNEKA
Walking / 2008 / 00.03.41
/w Nneka
MOONBOOTICA
We 1, 2 Rock / 2004 / 00.04.38
MILTON
I Can See It In Your Eyes / 2002 / 00.03.46
/w Jan Christoph Schultchen
CLOUDS HILL
Snapshot / 2011 / 00.46.31
MOONBOOTICA
Pretty Little Angel / 2005 / 00.04.06
NNEKA
Kangpe / Promo / 2008 / 00.04.17
/w Nneka
NOBELPENNER
Hölle – Live EPK / 2008 / 00.02.45
NOBELPENNER
Nie mehr wieder – Live EPK / 2008 / 00.03.03
NOBELPENNER
Unbekannter Schrank – Live EPK / 2008 / 00.03.03
MUSIC ⋆⋆⋆⋆⋆
MARCNESIUM – Futureride
@WORK
Album / artwork / unreleased / 2009
BEATS
Free audio works / millennium turn
LOOPS
Free audio works / here and now